BANGLADESCH: DROHENDE GEFAHR DURCH MONSUNREGEN

(c) Josh Estey/CARE

 

Vor einem halben Jahr zwang extreme Gewalt über 680.000 Menschen zur Flucht von Myanmar nach Bangladesch.

Seitdem leben die Menschen in notdürftig zusammengebauten Unterkünften aus Bambus und Plastikplanen. Anlässlich der bevorstehenden Regenzeit zeigt sich die internationale Hilfsorganisation CARE nun sehr besorgt darüber, dass die Unterkünfte weggeschwemmt werden könnten. Zusätzlich fehlt es immer noch an ausreichender medizinischer Hilfe sowie hygienischer Versorgung.

„Jeder Tag, der vergeht, droht die Menschen weiter in Vergessenheit geraten zu lassen. Dabei steht uns mit dem Monsunregen große Gefahr bevor“, sagt CARE-Nothelferin Jennifer Bose, die gerade aus Cox’s Bazar zurückgekehrt ist. „Wir rechnen mit extremen Wetterverhältnissen, die bereits geleistete Hilfe zunichtemachen und verheerende Schäden anrichten könnten. Um eine Eskalation der Situation zu verhindern, müssen wir weiterhin dringend schnelle Hilfe leisten.“

In wenigen Teilen der Welt halten sich so viele Flüchtlinge auf engem Raum auf wie in Bangladesch. Mittlerweile leben knapp 900.000 Menschen aus Myanmar in der Region Cox’s Bazar. Massive Regenfälle könnten zu Überschwemmungen führen und wichtige Transportwege blockieren. „Für viele Flüchtlinge wären medizinische Einrichtungen, sanitäre Anlagen und Orte, an denen Hilfsgüter verteilt werden, nicht mehr erreichbar. Zusätzlich könnte starker Regen Latrinen wegspülen und damit das Trinkwasser verunreinigen. Das erhöht die Gefahr des Ausbruchs von ansteckenden Krankheiten“, so Bose.

CARE unterstützte bislang rund 200.000 Menschen mit Trainings zum Aufbau stabiler Unterkünfte, der Verteilung von Werkzeug und Baumaterial und weiterer Nothilfe. Zusätzlich versorgt CARE Menschen mit medizinischer Unterstützung, sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. Um im ersten Jahr nach Ausbruch der Krise ausreichend Hilfe leisten zu können, hat CARE einen Spendenaufruf von insgesamt rund acht Millionen Euro gestartet, bislang ist erst knapp die Hälfte davon finanziert.